Berechnungs- und Simulationsprogramm Bearinx für Lagersysteme
Die Reibung in Lagern berechnen

Berechnungs- und Simulationsprogramm Bearinx für Lagersysteme
Die Schaeffler Gruppe hat das Berechnungs- und Simulationsprogramm "Bearinx" für Lagersysteme weiterentwickelt und eine neue Funktion zur Reibungsberechnung integriert. Das Programmmodul ermöglicht es, die Energieeffizienz unterschiedlicher Wälzlageranordnungen exakt zu berechnen und so schon früh das größte reibungsbezogene Einsparpotenzial eines Systems zu ermitteln. Die Reibungsberechnung berücksichtigt sowohl Roll- als auch Gleitreibung, und zwar im Festkörper-, Misch- und Flüssigkeitsreibungsgebiet. Ihr Herzstück ist die elastohydrodynamische Theorie (EHD), die sich mit der Ausbildung eines Schmierfilms in hoch belasteten Kontaktstellen von Körpern befasst, die mit hoher Geschwindigkeit aufeinander abrollen. Das umfasst die hydrodynamische Schmierfilmbildung sowie die elastische Verformung der Kontaktkörper. Bisher standen im Wesentlichen zwei Möglichkeiten zur Reibungsberechnung von Wälzlagern zur Verfügung: zum einen das Katalogverfahren und zum anderen hochspezialisierte Mehrkörper-Simulationsprogramme (MKS-Programme). Beim Katalogverfahren handelt es sich um einen empirischen Ansatz, der eine schnelle Berechnung des Reibmoments bei niedriger Modellgüte ermöglicht. Die MKS-Programme dagegen erreichen eine sehr hohe Modellgüte, erfordern aber relativ lange Rechenzeiten. Das neue physikalisch gestützte Verfahren bietet kurze Rechenzeiten und zugleich eine hohe Modellgüte. Es berücksichtigt eine Vielzahl von Einflussgrößen wie die real auftretende Pressungsverteilung und die innere Lagergeometrie. Darüber hinaus bietet es die Möglichkeit, neben der Lastverteilung und der Lebensdauer auch die Reibmomente von Wälzlagern und damit die Verlustleistung kompletter Wellensysteme oder Getriebe zu berechnen.
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